Heilmittel

Substanzen

In der Homöopathie werden Substanzen aus Pflanzen, z.B. Bärlapp (Lycopodium), Tollkirsche (Belladonna), Küchenschelle (Pulsatilla), verwendet. Auch Produkte aus dem Tierreich liefern wertvolle Medikamente, z.B. Bienengift (Apis), Ameisengift (Formica rufa). Metalle wie Kupfer (Cuprum metallicum), Gold (Aurum metallicum), Eisen (Ferrum metallicum) finden ebenso Anwendung wie Mineralien, z.B. Kalk (Calcium carbonicum), Kieselsäure (Silicea), Magnesiumphosphat (Magnesium phosphoricum). Auch durch Krankheiten produzierte Stoffe ( z.b. Absonderungen) werden angewendet und solche Medikamente nennt man Nosoden.
Da Hahnemann bei seinen Arzneien auch viele giftige Stoffe verwendete, begann er seine Arzneien stufenweise mit Alkohol zu verdünnen und zu verschütteln. Bei festen und unlöslichen Substanzen, z.B. Gold, Eisen, Quarz, verrieb er diese im Mörser und verdünnte sie danach schrittweise mit Milchzucker.
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Herstellung

Die stufenweise Verdünnung und Verschüttelung nennt man Potenzierung (Kraftentfaltung). Hahnemann entdeckte, dass bei vielen Substanzen die Heilkraft erst durch die Potenzierung freigesetzt wird.
Es gibt verschiedene Potenzen. Hahnemann verwendete am Anfang die sogenannten C-Potenzen (Centestimalpotenzen). Sie werden wie folgt hergestellt:
1 Teil Ausgangssubstanz wird mit 99 Teilen Alkohol verdünnt und verschüttelt. Dies ergibt die Potenz C1. Von dieser C1 wird wiederum 1 Teil mit 99 Teilen Alkohol verdünnt und verschüttelt; somit erhalten wir eine C2, etc.
Im homöopathischen Arzneimittelbuch (HAB) sind die genauen Herstellungsvorgänge der einzelnen Arzneimittel beschrieben. Die Anweisungen entsprechen heute noch in den wesentlichsten Punkten den Vorschriften Hahnemanns.
Hahnemann entwickelte in seinen letzten Lebensjahren in Paris noch die Q-Potenzen. Hier betragen die Verdünnungsschritte ca. 1:50’000. Die potenzierten Arzneimittel enthalten ab C12 oder D23 kein Molekül des ursprünglichen Arzneistoffes mehr. Es wurde  die Information des Heilmittels auf den Trägerstoff Alkohol übertragen und mit diesem werden die Globulis benetzt.
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Wirksamkeit

Die homöopathischen Mittel sind dynamisierte Heilmittel. Krankheit ist in ihrer Grundlage eine dynamische Verstimmung des Organismus. Diese kann in ihrer Tiefe nur mit dynamisch wirkenden Heilmitteln wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Das homöopathische Arzneimittel berührt die geschwächte Lebenskraft und regt den Heilungsvorgang an.

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Dosierung

Oft ist der Patient erstaunt, wenn er nur ein paar Globuli erhält, die er am nächsten Morgen nüchtern einnehmen soll. Er fragt nach, ob denn das genüge, er habe ja erst in drei Monaten wieder einen Termin.

In der klassischen Homöopathie wird die Dosierung auf ein Minimum beschränkt. Um die Lebenskraft zu beeinflussen, genügt oft ein einzelner Impuls. Wiederholt man das Mittel zu früh und zu oft, kann der  Heilungsverlauf gestört werden. Solange etwas in Bewegung ist, braucht es keine zusätzliche Krafteinwirkung.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass ein homöopathisches Mittel auf keinen Fall schaden könne. Nimmt jemand über längere Zeit unbegleitet dasselbe homöopathische Mittel ein, besteht die Gefahr der ungewollten Arzneimittelprüfung, d.h., der Patient produziert Symptome des Medikamentes, das er zu Heilzwecken einnehmen wollte. Auch Homöopathika gehören in fachkundige Hände.

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